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PARKMUSIK Neue Ho(e)rizonte '14

Sa 23. / So 24. August

 

"Mit allen Sinnen" - dem Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz 2014 - erlebte man die 18. PARKMUSIK Neue Ho(e)rizonte: Das Festival begann mit einem Klang-Kunst-Spaziergang am Wiesenparkplatz hinter dem Golfclub. Fernab von Autos und Alltagsgeräuschen öffneten sich alle Sinne. An Feldern vorbei, durch Wiese und Wald, entlang des Trombachs geleiteten Butoh-Tänzer (Ensemble zwischenTANZ) die Besucher in Richtung Trombacher Hof. Eine Butoh-"Dormenhecke" blockierte den Weg des Publikums, wieder frei zum Weitergehen, sah man kurze Zeit später die Butoh-Tänzer als (stummen) Chor, danach wie Feen in der Wiese und als Trommler auf einem Wohnwagen als riesigem Cajón. Dazwischen verweilte man bei Musiken mit Viola und Akkordeon, Panflöte, Blockflöte und Schlagzeug (Ensemble Black Pencil / Duo Mares) und sah Objekte, die in den Bäumen hingen und zur Musik tanzten, riesige, vom asiatischen Theater beeinflusste Marionetten, die im Hof wie Geister schwebten exzentrische Schuhe aus gewachstem Papier und exotische Köpfe auf Sockeln in der Picknick-Wiese am Bach. (Ursula Reindell).


Das Säuseln des Windes, Summen der Insekten, Plätschern des Baches bereicherten zusätzlich die Augen-Ohren-Symphonie. Nach rund 90 Minuten war der Musik-Kunst-Spaziergang vorbei, war man am Trombacher Hof angekommen. Nun war Picknick- Pause auf der liebevoll gestalteten Wiese im warmen Licht der Abendsonne.

Danach ging es in die ehemalige Klosterkapelle mit Kerzenschein und pittoreskem Bühnenfels. Hier erlebte man das Ensemble Black Pencil mit Buffino, heiteren Kompositionen niederländischer Komponisten im Stile der Commedia dell'arte. Die Musiker wechselten Rollen, Instrumente, Masken, Licht, ließen Seifenblasen und Papierfetzen auf den Bühnenfels regnen und brachten das Pubikum zum Schmunzeln.


Draußen bot sich danach ein neues Bild: der Hof und die ihn umgebenden Felsen im Lichterschein, Butoh-Tänzer mit Fackeln um den Riesengong - Durchmesser 1,50m - seines Schöpfers, den javanischen Multikünstler Sayo Gongs.
Durch die nächtliche Stille tönten die lang anhaltenden, farbenreichen Schwingungen, die der Meister seinem Instrument magisch entlockte und drangen tief in Körper und Seele.


Der Rezensent - Allgemeine Zeitung / Rhein-Main Presse / Kultur 26.08.14 schrieb



 

 

Am Sonntag erhielt der Klang-Erlebnis-Spaziergang vom Wiesenparkplatz zum Trombacher Hof eine neue Komponente: Traditionelle vietnamesische Musik - außereuropäische Musik ist Tradition beim Festival - wechselte sich ab mit Musiken zu Naturthemen (SonARTrio) und Kurzvorträgen des Wildkräuter-Spezialisten und Gründers der Wildkräuter-Werkstatt Peter Becker. Er zeigte, was am Weg wächst, was man daraus kochen kann und mit Kostproben, wie es schmeckt. Es gab Wildkräuter-Frischkäse, Käsekuchen mit kanadischer Goldrute auf Eichelkruste, Springkrautbowle und Wegerich-Cappucino und viele Rezepte zum Nachkochen.   


Am Trombacher Hof angekommen hörte man in der ehemaligen Kapelle drei Uraufführungen junger, kürzlich vom Deutschen Musikrat prämierter Komponisten: Kathrin Denner, Julian Lembke und Dominik Susteck. Kathrin Denner und Julian Lembke standen anschließend zu einem lebhaften Publikumsgespräch zum Thema "Komponist, Komponieren heute" zur Verfügung.


Nach der Picknickpause auf der Trombachwiese beschloss die alljährlich erwartete KlangWanderung durch die einmalige Trombach-Aue das Festival: Inmitten von meterhohem rosa-blühenden indischen Springkraut und kandischer Goldrute spielte das Lotus-Duo aus Vietnam traditionelle Musik seines Landes auf so selten zu hörenden Instrumenten wie dem Monochord, dem "Instrument für die Seele", der Mondgitarrre, dem hängenden Bambusxylophon oder der Bambusquerflöte im Wechsel mit sensiblen neuen Kompositionen (SonARTrio) und den mystischen Klängen der Klangsteine von Hannes Fessmann, unter einer umgestürzten Weide, mit dem Wasser des Trombachs und auf der Wiesenterrasse. Selbst ein Vogel konnte sich diesen Klängen nicht entziehen und antwortete mit eigenartigen Rufen, ungewöhnlich für Ende August.


Reaktionen
Im Gästebuch
"So viel Neues haben wir nicht oft mit unseren Sinnen erfahren wie immer am Trombach"  D.u.K. Freiburg 24.08.14

"Tasten an den Rändern der Zeit, des Klanges, der Blumen ... Danke für zwei traumhafte Tage."  A. R. Heidelberg 24.08.2014

"Das Denken loslassen und einfach SEIN ... ein zauberhafter, sinnlicher, herzvoller Tag. DANKE SCHÖN."  W. H. Karlsuhe 24.08.2014

"Wunderbare Klänge, Wunderbare Landschaft, wunderbares Auflösen von Raum und Zeit."  T. u. S. Kindenheim

"Wir haben Geist, Körper und Sinne neu erfahren ... und liebe Menschen kennengelernt." M. L. 24.08.2014

In Emails
"... sie haben meiner Frau und mir als Neulinge dieser Art von Musik einen grandiosen Tag geboten ... nicht ahnend, wie vielfältig und großartig diese Musik sein kann (wir sind mit klassischer Musik aufgewachsen). Verbunden mit Naturerlebnissen, Bewegungskunst und "Büsten im Wind" ... Menschen, die fremd waren und spontan zu Freunden wurden, in einer familiären Umgebung ..." 
M.L. Rüdesheim 25.08.2014

..."ich bin noch nicht wieder gamz im alltag angekommen, sondern hänge noch in den landscahften des trombacher hofs. es sind n der tat viele: ohren-, augen-, nasen-, zungenlandschaften ..."  A.R. Heidelberg 25.08.2014

"... Bilder und Töne, die ich nicht vergessen werde... Auch verblüffend zu erleben, wie nah die vietnamesische Musik noch an den Klängen der Natur ist im Vergleich zu unserer ..."  M.v.G. Kaiserslautern 27.08.2014

"... Das ist mir bei der PARKMUSIK bisher immer so gegangen: das völlige Entschwinden aus der "normalen Welt", sich als Zuhörer und Zuschauer (diesmal auch als Zuriecher und Zuschmecker) ganz den Sinneseindrücken hingeben zu dürfen ... Selbst wenn ich diesmal kaum inneren Raum zum Nachklingen hatte, wirkt die PARKMUSIK bei mir doch sehr lange (auch unmerklich) nach und bei passender (und unpassender) Gelegenheit fallen mir dann immer wieder Augenblicke, Eindrücke und Blitzlichter dieses 4. Augustwochenendes ein, die unauslöschbar bleiben ..."
H.J.J. Obermoschel 26.08.2014

Kompositionen 
Frank Zabel   Daan Manneke   B.C. Manjunath   Nico Huijbregts  
Florian Magnus Maier (UA)   Robert van Heumen   Jos Zwaanenburg (UA)
Vanessa Lann   Guus Janssen   Roderik de Maan   Sofia Gubaidulina 
Wolfgang Rihm   Il-Ryun Chung   Yuji Takahashi   Kathrin Denner (UA)  
Julian Lembke (UA)   Dominik Susteck (UA)    

Interpreten
Ensemble zwischenTANZ: Alexander Peschko, Künstlerische Leitung  
Nicole Mayer  Isabel Mössner   Petr Novak   Antje Reinhard   Lisa Schwinn  
Ute Schleich, Shruti-Box / Obertonflöte

Ensemble Black Pencil: Jorge Isaac, Blockflöte / Künstlerische Leitung  
Matthjis Koene, Panflöte   Esra Pehlivanli, Viola   Marco Kassl, Akkordeon  
Enric Monfort, Schlagzeug

Ursula Reindell, Ausstellung: Masken   Bodies   Schuhe   Marionetten  Köpfe

Sayo, javanischer Gong   Peter Becker, Wildkräuterdozent und Koch

SonARTrio:
Simon Kluth, Violine   Benedikt Brodbeck, Violoncello   Till Marek, Bajan

Lotus-Duo:
Hoa Phuong Tran und Hung Manh Le, traditionelle vietnamesische Instrumente

Tanzhologie-Studio Corinna Janson:  Anja Brunner   Tirza Naumann  
Barbara Schulte-Ebeling   Katharina Berger   Katharina Stuart   Juri Bauer 

 

Produktion  ART POINT Sigune von Osten
Veranstalter  Freunde des Trombacher Hofes e.V.  

Förderung

Kultursommer Rheinland-Pfalz   Königreich der Niederlande   Deutscher Musikrat 
Hanna und Dieter Paulmann   Raabdruck Lindemann GmbH & Co KG