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PARKMUSIK Neue Ho(e)rizonte '10

Orient im Okzident

Orient im Okzident war das Motto der PARKMUSIK Neue Ho(e)rizonte '10, die sich damit in das Motto des fördernden Kultursommers Rheinland-Pfalz Über Grenzen einklinkte. Im Zentrum stand der jordanische zeitgenössische Komponist Saed Haddad, in Jordanien geboren und aufgewachsen, Studien in Jordanien, Israel und Europa, ein Wanderer zwischen Orient und Okzident.

Neu war der Workshop Abenteuer neue Musik in Verbindung mit dem Deutschen Musikrat, in dem die Festivalbesucher Gelegenheit zur näheren Beschäftigung mit Saed Haddads Kompositionen, insbesondere dem Werk  Les deux visages de l'Orient bekamen.

Am Freitag erklangen im Workshopkonzert, dem Klavierrecital mit Noriko Kawai, die Uraufführung der Gesamtfassung von Etudes Mysterieuses, erläutert von Saed Haddad und Werke der Widmungsträger Pierre Boulez, Aldo Clementi, Gjörgy Ligeti. Im Abendkonzert war die Deutsche Erstaufführung von Saed Haddads Komposition Quelques Essays sur < je ne sais pas quoi mit dem niederländischen Trio Zimbello (Mandoline, Gitarre, Blockflöten) zu hören. Gegenübergestellt war ein anderer 'Grenzgänger': der iranische Percussionist Reza Mohammad Mortazawi, der aus seinen iranischen Wurzeln im Okzident eine ganz eigene, mitreißende Trommelmusik entwickelt hat.

Am Samstag hörte man im Nachmittagskonzert Ulrike Storz, Violine mit Stücken einiger der Lehrer von Saed Haddad: Louis Andriessen, George Benjamin, Pascal Dusapin, Ari Ben-Shabetai im Wechsel mit Gedichten des berühmten palästinensischen Schriftstellers Mahmud Darwish, gelesen von Sigune von Osten.

Danach ging es in die TrombachAue, wo die deutsche Regisseurin Helena Waldmann ihre sechs iranischen Tänzerinnen unter Burka-Zelten in dem Tanztheater Tentlanders @ Trombacher Hof Gefühle als Migranten tanzend erzählen ließ. Das Stück, das um die Welt tourte, von der persischen Regierung verboten wurde, daraufhin mit dem neuen Stück "return to sender" eine Antwort auf das Verbot bekam, entstand für den Trombacher Hof und seine Naturlandschaft in einer neuen Adaption. Zahlreiche Zuschauer hatten Tränen in den Augen.

Nach der Pause mit Picknick in der 'TrombachOase', die von Krischan Kriesten mit wüstengelben SegelInstallationen ausgestaltet war, wechselte sich im Abendkonzert die Solovioline mit Saed Haddads Komposition "Les deux visages de l'Orient" mit arabischer Musik ab.

Ein letzter Höhepunkt war die Enthüllung des Gemäldes des chinesischen Malers und Performers KENBO. Er hatte das Bild Trombach Park 2007 bei der PARKMUSIK Neue Ho(e)rizonte mit Wasser, Luft und Feuer gemalt und gebrannt, die Überreste mit nach China genommen, dort auf einen kunstvoll präparierten Holzuntergrund aufgebracht und 2010 pünktlich zum Festival zurück auf den Trombacher Hof geschickt.

Interpreten
Noriko Kawai, Klavier  
Trio Zimbello, Blockflöten, Mandoline / Mandola, Gitarre   
Reza Mohammad Mortazavi, Daf / Tombak
Ulrike Stortz, Violine
Tarek Bitar, Gesang / Oud   Adel Mustafa, Kanun   Kaled Iraki, Darabuka / Douf
Sigune von Osten / Silke Egeler-Wittmann, Leitung Abenteuer Neue Musik
Saed Haddad, Erläuterungen

Werke von Saed Haddad (DE, UA), Pierre Boulez, Gjörgy Ligeti, Aldo Clementi, Louis Andriessen, Mayke Nas, Nathaniel Giles, Matthias Kadar, Ugras Durmus (DE),  Reza Mohammad Mortazavi,
George Benjamin, Pascal Dusapin, Ari Ben-Shabetai, Traditionelle arabische Musik

Tanztheater von Helena Waldmann "Tentlanders @ Trombacher Hof" 
mit Sanam Afrashteh, Javeh Asefdjah Taies Farzan Pujeh Taghdis
Salome Dastmalchi Niloufar Shahisavandi
Musik Mohammad Reza Mortazavi

Krischan Kriesten, Lichtinstallation
Jens Alles, Assistenz


Besucherstimmen
Ich denke, dass ich nicht der einzige Besucher bin, der wohl zu schätzen weiß, dass der intime Rahmen etwas ganz Besonderes ist und damit die "Provinz" etwas zu bieten hat, das man in der Großstadt so niemals erleben könnte, weil der große Konzertsaal keine Nähe zu oder gar ein Gespräch mit den Künstlern ermöglicht.  P.S.

Die unendliche Welt der Töne und Klänge hat uns wieder einmal in andere Sphären und Träume geleitet, Horizonte erweitert, Hoerizonte beschert  A. u. E. M.

Bewundernd, faszinierend, mit viel Wärme und Liebe.
I.S.

Was Du hier zauberst, lässt sich gar nicht ermessen.
B.G.

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Sigune von Osten, Idee / Konzept / Künstlerische Gesamtgestaltung

Veranstalter  FREUNDE DES TROMBACHER HOFES e.V.